Kultur in Waidmannslust

Liebe Freunde und Förderer der Königin-Luise-Kirche,liebe Waidmannsluster und liebe Nachbarn, der mit Beginn der Corona-Pandemie jäh gestoppte Kulturbetrieb in Waidmannslust nimmt nun langsam wieder Fahrt auf, und ich freue mich, Ihnen heute gleich drei Veranstaltungen ankündigen zu dürfen:
Am kommenden Sonntag, dem 23. August, findet um 17.00 Uhr in der Königin-Luise-Kirche ein Blockflötenkonzert statt. Das Trio „Triony“, das sind Maria Gilman, Hemi Levison und Raphael Isaac Landzbaum, spielen Werke von Paul Hindemith, Harald Genzmer u.a.
 Am Samstag, dem 5. September, wird in der Königin-Luise-Kirche das Klavierkonzert „Auf vier Händen durch die musikalische Welt“ mit Sabina vom Dorff und Reinhard Kiauka gleich zweimal zu hören sein: Da die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln nur maximal 40 Zuhörer zulassen, haben sich die Künstler und der veranstaltende Förderverein darauf verständigt, das einstündige Konzert um 17.00 Uhr und um 19.00 Uhr beginnen zu lassen. Es werden Werke von Edvard Grieg, Maurice Ravel u.a. gespielt.

Wegen der zurzeit durchgeführten Restaurierung der Orgel in der Königin-Luise-Kirche findet die Regionale Spätsommer-Orgel-Soireé mit den Kirchenmusikerinnen und -musikern Brigitta Avila, Martin Blaschke, Stephan Heinroth, Marion Meyer, Stefan Sobotta und Yaou Xie am Sonntag, dem 6. September, 17.00 Uhr, in der Kirche am Seggeluchbecken, Finsterwalder Straße 66-68, statt. 

Für alle Konzerte gilt – wie immer – freier Eintritt; jedoch sind Spenden für die Künstler notwendig und erbeten. Und natürlich müssen sich Veranstalter wie Besucher an die aktuellen Vorschriften gegen die Weierverbreitung der Corona-Pandemie halten.  

Der kleine Kreis der Initiative Waidmannslust hat sich nach eingehender Beratung und Abwägen des Für und Wider entschlossen, die weitere Entwicklung der Pandemie abzuwarten, ehe wieder zum WaidmannslusterStammtisch eingeladen werden soll. Über die Situation der mangelnden Verkehrssicherheit und des Straßenlärms auf der Hauptverkehrsachse Tegel-Lübars wird er sich demnächst mit den Vertretern der Initiative Zabel-Krüger-Damm treffen, um gemeinsam über das Maßnahmen gegen diese gefährliche und für Anwohner unbefriedigende Situation zu beraten.

Im letzten Newsletter bat ich Sie für die Initiative Waidmannslust, in Ihren Schubläden, Kartons oder Fotoalben doch einmal nach alten Fotos aus unserem Ortsteil zu suchen. Gerne wiederhole ich diese Bitte: Wenn Sie etwas gefunden haben, antworten Sie bitte an diese Mailadresse oder rufen Sie Herrn Gemeinhardt unter 433 18 94 an. Eine Zusendung in Form einer Abschrift eines Artikels aus der „Neuen Zeitung“ vom 20. Juni 1954 möchte ich Ihnen zum Abschluss dieses Newsletters nicht vorenthalten.

Bis zum nächsten Mal

grüßt Sie herzlich

Ihr Wolfgang Nieschalk
für den Förderverein der Königin-Luise-Kirche
und die Initiative Waidmannslust

Und hier die Meldung vom 20.6.1954, die 
vielleicht unterhaltsam sein könnte, jodoch nicht zur Nachahmung empfohlen sein
sollte:

Einmal die Bahnhofstür zuschließen
Ein Dummerjungenstreich und die Folgen
Der vermeintliche Spaß begann mit einem Regenguß. Am Ostermontag dieses
Jahres hatten mehrere Jungen vor einem kräftigen Schauer im S-Bahnhof
Waidmannslust Schutz gesucht. Eine Weile füllte übermütiges Gelächter
die Vorhalle des Stationsgebäudes, bis einer aus der Gruppe auf eine
scheinbar grandiose Idee verfiel. Er schlug vor, die Tür zum Bahnsteig
zu verschließen. Der 18jährige Horst S. entdeckte nach kurzer Zeit ein
passendes Stück Draht, das er zu einem Dietrich zurechtbog. Und der ein
Jahr jüngere Herbert Z. drehte in einem günstigen Augenblick das Schloß
herum. „Wir wollen mal sehen, wie die Leute hin und her flitzen!“ Zehn
Minuten flitzten die Fahrgäste von einem Ende des Bahnsteigs zum
anderen. Denn der zweite Ausgang war wegen Bauarbeiten gesperrt. „Im
ersten Augenblick war es sehr schön“, freuten sich die beiden Täter.
Ihre Angst kam zu spät. Empörte Passanten ergriffen schnell die
Hauptschuldigen.
Vor dem Amtsgericht Tiergarten wurden Horst und Herbert die möglichen
Folgen dieses Dummenjungenstreiches klar. Der freundliche Richter
schilderte den Vaterlosen, daß ein Arzt unter den Eingeschlossenen
gewesen sein könnte. „Was nun, wenn der gerade einem Schwerkranken zu
Hilfe eilen wollte?“ Strafe mußte sein. Das Urteil lautete auf
Freiheitsarrest wegen gemeinschaftlichen groben Unfugs. Die zwei Sünder
werden jetzt selber hinter verriegelten Türen sitzen, aber von
Sonnabendnachmittag bis Montag früh. Der Kommentar der Mütter war: „Sehr
richtig!“

(Foto: Pixabay)